Praxis für Psychosomatische Medizin u. Psychotherapie, Coaching, Mediation u. Prävention
Dr. Dr. med. Herbert Mück (51061 Köln)

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Wissenswertes über Schlaf

 

1. Bis zu 30 Prozent der Bevölkerung klagen über Schlafstörungen, Frauen mehr als Männer.

2. Mit zunehmendem Alter benötigt der Mensch weniger Schlaf. Folgende Zeiten können als Anhaltspunkte dienen:

- Neugeborene                            16 Stunden
- Kinder 2 bis 3 Jahre                  12 Stunden
- Kinder 10 bis 14 Jahre              10 Stunden
- Jugendliche 14 bis 18 Jahre       8,5 Stunden
- Erwachsene bis 70 Jahre           6 bis 9 Stunden
- Erwachsene über 70 Jahre        5,5 bis 6 Stunden

3. Die Länge der zum Einschlafen erforderlichen Zeit wird häufig über‑ und die Gesamtschlafdauer unterschätzt‑ Schwerste Ermüdungserscheinungen treten meist erst auf, wenn man weniger als 4 Stunden schläft. Die morgendliche Müdigkeit ist stärker abhängig von der Schlafintensität als von der Schlafdauer, d. h. jemand, der nachts oft wach wird, ist meist müder als jemand, der nur wenige Stunden durchgeschlafen hat.


4. Wer Schlafstörungen dauerhaft bessern will, muss immer zuerst nach der Ursache suchen. Schlafmittel sind nur eine Notlösung. Sie normalisieren zwar den
Schlaf‑Wach‑Rhythmus, beseitigen aber nicht die Ursache der Schlafstörung. Unter Umständen verdecken sie diese sogar. Alkohol ist zwar leider das am häufig­sten verwendete Schlafmittel, aber bei weitem nicht das beste.

5. Schlafstörungen können vielfältige Ursachen haben: berufliche oder private Belastungssituationen, Schlaf hindernde Gedankentätigkeit, Unfähigkeit, sich körperlich zu entspannen, unregelmäßige Arbeitszeiten und eine unvernünftige Lebensweise.

6. Schlafforscher unterscheiden verschiedene Schlaf­stadien, durch die sich jeder Mensch mehrmals pro Nacht "durchschläft". Ein solcher Durchgang dauert im Durchschnitt 90 Minuten. Beim Träumen kommt es zu raschen Augenbewegungen, die dieser Phase die Bezeichnung REM‑Schlaf eingebracht haben (englische Abkürzung für rapid eye movements = rasche Augenbewegungen).

7. Wenn ein Kind nachts nicht durchschläft, leiden häufig die Eltern mehr als das Kind selbst darunter. Wer nicht einschlafen oder durchschlafen kann, ist deswegen noch lange nicht krank. Schlafstörungen von Kindern haben häufig psychische Ursachen (aufregen­de Erlebnisse, Sorgen, Angst, Konflikte der Eltern). Auch können sie auf Umwelteinflüsse (etwa Lärm, Licht, Wärme) oder eine unregelmäßige Lebensweise zurückzuführen sein. Die ärztliche Untersuchung schließt körperliche Ursachen einer Schlafstörung aus.

 8. Über 80 Prozent aller 6 Monate allen Kinder schlafen zwischen Mitternacht und 5 Uhr. Ab der zweiten Hälfte des ersten Lebensjahres nimmt die Häufigkeit nächt­lichen Erwachens bis ins höhere Alter ständig zu. Mit 3 Jahren wacht immerhin noch bis zu einem Viertel aller Kinder mehr oder weniger häufig nachts auf. Frühestens im 7. Monat kommt es zu längeren Schlaf­abschnitten von 9 bis 10 Stunden. Mit 8 Monaten hat sich die Trennung zwischen nächtlichem Durch­schlafen und fast ständigem Wachsein während des Tages meist eingependelt.

9. Kleinkinder schlafen lieber schon früh am Abend. Schulkinder sind dagegen morgens schwerer aus dem Bett zu kriegen. Bis zum Alter von 10 Jahren haben Schulkinder gegen 14 Uhr ein deutliches Schlafdefizit.

10. Einschlafzeremonien sind im Vorschulalter durchaus normal. Sie helfen dem Kind, Ängste zu bewältigen und vermitteln ihm Sicherheit. Typische Einschlafzeremonien sind Daumenlutschen, das Erzeugen von Geräuschen mit dem Mund oder das Streicheln bestimmter Körper­teile (zum Beispiel des Ohres oder der Wange) mit dem eigenen Haarschopf, einem Stoffrest oder ähnlichem. Ein Stück Stoff, ein Teddy oder ein Kinderreim schaffen eine vertraute Umgebung, die das Einschlafen erst ermöglicht. Manche Gegenstände werden zu einem "Stück Mutter". Sie vermitteln deren Nähe und sind auf­grund ihrer hohen symbolischen Bedeutung für das Kind unersetzbar.

11. Im Säuglings‑ und frühen Kleinkindesalter herrschen Durchschlafstörungen vor. Im späten Kleinkindesalter und frühen Schulalter überwiegen dagegen Einschlafstörungen. Knaben sind häufiger betroffen als Mädchen. Im ersten Lebensvierteljahr ist der Schlaf noch sehr vom Sättigungsgefühl abhängig ("Hungerweinen"). Es ist dann unsinnig, das Kind nachts schreien zu lassen.

12. Kleinkinder kommen nach einer Schlafunterbrechung nicht selten ins Bett der Eltern. Diese Gewohnheit ist tolerierbar. Im 5. und 6. Lebensjahr sollte sie aber durch geduldiges Zurückbringen des Kindes abgebaut vverden. Sie lässt sich sonst später nur schwer beheben.