Praxis für Psychosomatische Medizin u. Psychotherapie, Coaching, Mediation u. Prävention
Dr. Dr. med. Herbert Mück (51061 Köln)

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Salz als Symbol und Krankheitsursache

fzm - Die meisten Menschen nehmen heute mit ihrer Nahrung weitaus mehr Salz zu sich, als notwendig und gesund ist. Die Folge sind bei vielen Menschen ein erhöhter Blutdruck und Folgekrankheiten wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Nierenschäden. Prof. Eberhard Ritz von der Universität Heidelberg schätzt, dass eine Einschränkung der Salzzufuhr mit der Nahrung jeden zehnten Schlaganfall und jeden zehnten Herzinfarkt verhindern könnte. Doch die zahlreichen Studien, die dies belegen, würden selbst von Medizinern ignoriert, schreibt Prof. Ritz in einem Beitrag zur DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift (Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 2004). Um die richtige Menge Salz in der Nahrung werde in einer emotional aufgeladenen Atmosphäre diskutiert, die rational nicht erklärbar sei. Prof. Ritz vermutet, dass die große Bedeutung, die Salz in der Vergangenheit hatte, hier eine Rolle spielt.

"Salz ist noch immer ein Symbol für Reinheit, Unbeflecktheit, Unbestechlichkeit, Unvergänglichkeit und selbst für Unsterblichkeit", schreibt der Nierenexperte mit Rückblick auf die Kulturgeschichte des Kochsalzes. Tatsächlich begründete Salz in früheren Jahrhunderten - wie heute das Erdöl - den Reichtum vieler Städte und Länder. Es war gleichzeitig ein lebensnotwendiges Gut, da es zur Konservierung von Nahrungsmitteln benötigt wurde und den Handel vieler Güter erst möglich machte. Mit Salz wurden Verträge symbolisch besiegelt, es wurde besteuert und geschmuggelt. Von der Bedeutung des Salzes künden heute zahlreiche Städtenamen (von Salzburg bis Salzuflen) und Wörter (von Soldat bis Salat).

Dieses kostbare Gut möchte - vermutlich unbewusst - noch heute keine Mutter ihrem Kind vorenthalten. Und so kommt es, dass selbst die Babynahrung zu salzhaltig ist. "Alle Versuche, die frühkindliche Prägung auf Kochsalz durch eine salzreduzierte Babynahrung zu verhindern, sind kläglich gescheitert", schreibt Prof. Ritz. Doch gerade hier müsse angesetzt werden: "Studien zeigen, dass die Salzzufuhr im Kindesalter den Salzappetit und die Höhe des Blutdrucks im Jugendalter vorbestimmen."

E. Ritz et al.:
Kulturgeschichte des Kochsalz
Deutsche Medizinische Wochenschrift 2004; 129 (51/52): 2780-2783