Praxis für Psychosomatische Medizin u. Psychotherapie, Coaching, Mediation u. Prävention
Dr. Dr. med. Herbert Mück (51061 Köln)

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Sonnenanbeter haben nicht unbedingt mehr Pigmentmale


fzm - "Ich könnte ewig in der Sonne liegen!" – Wer sein Verhältnis zum Tagesgestirn so beschreibt, der scheint Sonnenbrände mit all ihren negativen Folgen geradezu herauszufordern. Dass bekennende Sonnenanbeter in einer aktuellen Lübecker Studie nicht mehr Pigmentmale aufwiesen als Menschen, die der Sonne weniger zugetan sind, überrascht daher auf den ersten Blick. Denn die Entstehung von Pigmentmalen, von Medizinern als Nävi bezeichnet, wird durch UV-Einfluss begünstigt.

In der Fachzeitschrift "Aktuelle Dermatologie" (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2006) hat Studienleiter Sven Krengel von der Universitäts-Hautklinik in Lübeck jedoch ein Erklärung parat: Die emotionale Einstellung zur Sonne hängt tendenziell mit dem Hauttyp des Probanden zusammen, erläutert er. Hellhäutige Menschen tendieren demnach weniger zum Sonnenanbeter als Menschen mit dunklerem Hauttyp. Das könnte auch erklären, warum Probanden mit den eher empfindlichen Hauttypen I und II keine höheren Nävuszahlen aufwiesen als die dunkleren Typen III und IV.

Krengel und seine Kollegin Constanze Witt weisen außerdem darauf hin, dass das emotionale Verhältnis zur Sonne keine zuverlässigen Rückschlüsse auf die tatsächliche UV-Belastung erlaubt, wie sie etwa durch Urlaubsreisen in den Süden oder häufige Freizeitbeschäftigung im Freien entsteht. Diese Faktoren wurden im Lübecker Fragebogen separat erfasst und korrelierten deutlich mit der Zahl der Nävi.

Witt und Krengel hatten für ihre Studie insgesamt 400 Probanden im Alter von 5 bis 88 Jahren befragt und untersucht. Unter den Teilnehmern waren auch 47 Patienten, die bereits wegen eines bösartigen Melanoms (Hautkrebs) behandelt worden waren. Obwohl auch Nävi durch eine ungewöhnlich starke Vermehrung von Pigmentzellen entstehen, sind sie in der Regel gutartig und entstehen vorwiegend bis zum Ende der Pubertät; im Erwachsenenalter können sie kleiner werden oder sogar ganz verschwinden. In seltenen Fällen können diese Pigmentmale jedoch zu einem Melanom entarten. Eine hohe Nävuszahl gilt daher als Risikofaktor für die Entstehung von Hautkrebs.

Dieser Zusammenhang bestätigte sich auch in der aktuellen Studie: Diejenigen Probanden, die bereits ein Melanom überstanden hatten, wiesen im Durchschnitt mehr als doppelt so viele Nävi auf wie Patienten, die nicht an einem Melanom erkrankt waren.

C. Witt et al.:
Bedeutung des Sonnenverhaltens für die Entstehung melanozytärer Nävi
Aktuelle Dermatologie 2006; 32 (9): S. 347-352